Bäckerei-Verkaufstheke mit Sichtwahl, Bediengang und breitem Hauptgang
Bild: Backstubenblatt

Ladenverkauf

Teil von Backwarenverkauf planen mit Theke, Mengen und Kassensystem

Thekenplanung Bäckerei mit Laufwegen, Sichtwahl und Verkaufsfläche

Thekenplanung Bäckerei: Thekenformen, Laufwege, Sichtwahl, Kühlung und Kosten von 5.000 bis 30.000 Euro netto für den Ladeneinbau einer Bäckerei.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Thekenform folgt dem Laufweg: gerade Theke für schmale Filialen, Winkeltheke für zwei Warenzonen, Inseltheke für hohe Frequenz.
  • Hauptgang und Bediengang brauchen mindestens 1,20 Meter, Nebenwege 0,90 Meter.
  • Sichtwahl wirkt zwischen 1,10 und 1,70 Meter Höhe.
  • Kühlung, Brotregal und Rückwarenplatz werden vor der Theke festgelegt, nicht danach.
  • Ladeneinbauten kosten 5.000 bis 30.000 Euro netto zzgl. 19 Prozent MwSt.

Thekenformen und ihre Laufwege

Die gerade Theke ist die günstigste Lösung. Sie passt in Filialen mit sechs bis zehn Metern Frontlänge, erzwingt eine Laufrichtung und trennt Bedienzone und Kundenfläche sauber. Bei weniger als 1,10 Meter Gangbreite wird der Laden zur Einbahnstraße.

Die Winkeltheke erschließt zwei Wände und trennt Brot- von Konditoreiware. Der Kunde läuft zwei Zonen ab, ohne die Kasse zu berühren. Die Ecke verkommt schnell zum Ablageplatz, wenn dort nur Deko steht.

Inseltheken stehen in der Raummitte und verlängern den Aufenthalt. Sie brauchen ringsum 1,50 Meter Gangbreite und eine eigene Kassenanbindung, sonst stauen sich die Kunden vor dem Griffbereich.

U-Theken bündeln Ware und Personal auf kleinem Raum. Ab etwa 60 Quadratmetern Verkaufsfläche und drei Bedienplätzen rechnet sich diese Form. Kombinationen aus Bedientheke und Selbstbedienung funktionieren, wenn die Selbstbedienung an der Rückwand liegt.

Laufwege: vom Eingang bis zur Kasse

Fünf Schritte strukturieren den Entwurf:

  1. Eingang und Thekenbeginn auf eine Achse legen, damit die Sichtwahl beim Eintritt wirkt.
  2. Hauptgang 1,20 Meter breit planen, Nebenwege 0,90 Meter, Bediengang 0,90 bis 1,10 Meter.
  3. Rückwarenweg getrennt von der Kundenfläche führen.
  4. Kassenplatz hinter den letzten Warengriff setzen.
  5. Fluchtwege frei halten, auch bei Aktionsinseln.

Verkehrswege im Laden sind Teil der betrieblichen Arbeitsschutzpflichten, die das Arbeitsschutzgesetz den Betrieben vorgibt. Wer Aktionsflächen wöchentlich umstellt, hält die Mindestbreiten schriftlich fest.

Kurze Wege senken Rüstzeiten. Ein Bediengang von 0,90 Metern reicht für Tabletts, 1,20 Meter erlauben das Kreuzen zweier Mitarbeiter. Bei Thekenlängen über sechs Metern gehört ein zweiter Kassenplatz an das Ende.

Sichtwahl in Augenhöhe

Die Sichtwahl entscheidet über den Zusatzverkauf. Produkte zwischen 1,10 und 1,70 Metern Höhe werden zuerst gesehen, darunter greift der Kunde bequem zu.

Brötchen und Kleingebäck gehören in die Griffzone bei 0,80 bis 1,10 Meter. Torten und Feingebäck stehen auf 1,20 bis 1,40 Meter. Die oberste Reihe nimmt Schilder oder Deko auf, keine Ware.

Preisschilder sitzen direkt unter dem Produkt, nicht am Regalende. Vier bis fünf Artikel je laufendem Meter reichen, dichtere Reihen wirken unruhig. Die Rückwand arbeitet als Bühne: Ein Brotregal mit 0,40 Meter Tiefe lässt sich von beiden Seiten bestücken.

Kühlung, Brotregale und Rückwarenplatz

Kühltheken arbeiten je nach Ware zwischen null und acht Grad. Kühltheken und Backöfen sind Arbeitsmittel mit Prüf- und Wartungspflichten, die die Technischen Regeln für Betriebssicherheit konkretisieren. Die Temperaturführung wird täglich dokumentiert.

Selbstbedien-Brotregale stehen maximal 1,40 Meter hoch, damit alle Kundengruppen hineingreifen. Die Fachböden sind 0,35 bis 0,45 Meter tief, die Auslage bleibt griffnah.

Der Rückwarenplatz liegt in der Bedienzone oder im Nebenraum, mit Wannen für Tabuware und einer Fläche für Abschriften. Wer Abschriften täglich erfasst, erkennt schwache Sorten und korrigiert die Tagesplanung. Das Umweltbundesamt ordnet die vermeidbaren Mengen in Handel und Gastronomie ein und nennt Ursachen der Vernichtung.

Barrierearmut und Beleuchtung

Barrierefreie Verkaufsflächen brauchen Bewegungsflächen von 1,50 mal 1,50 Meter und unterfahrbare Thekenabschnitte mit 0,80 Meter Höhe. Die DIN 18040-1 beschreibt diese Maße für Arbeitsstätten und öffentlich zugängliche Bereiche.

Für die Beleuchtung gilt die DIN EN 12464-1: Verkaufsraum 300 Lux, Thekenzone 500 bis 750 Lux, Akzentlicht auf Ware bis 1.000 Lux. Eine Farbwiedergabe über 90 und 3.000 Kelvin lassen Brotkrusten warm wirken. Lichtbänder längs zur Theke vermeiden Schatten auf den Waren.

Was ein Ladeneinbau kostet

Position Kosten netto
Theke mit Aufbau, 4 Meter 6.000 bis 12.000 Euro
Kühltheke mit Aufsatz 4.000 bis 9.000 Euro
Selbstbedien- und Brotregale 2.000 bis 6.000 Euro
Beleuchtung für Theke und Regale 1.500 bis 3.000 Euro
Rückwaren- und Kassenplatz 1.000 bis 3.000 Euro

Der Rahmen reicht von 5.000 Euro netto für eine Teilsanierung bis 30.000 Euro netto zzgl. 19 Prozent MwSt. für eine komplette Ladeneinrichtung. Beispielrechnung: Vier Meter Theke, Kühltheke, Regale, Beleuchtung und Rückwarenplatz summieren sich auf 23.500 Euro netto, das sind 27.965 Euro brutto. Wer Angebote vergleicht, fragt nach Thekenlänge, Kühlvolumen und Beleuchtungsstärke.

Häufige Fragen

Wie breit muss der Gang vor der Theke sein?

Vor der Theke sind 1,20 Meter üblich, bei Rollstühlen, Rollatoren und Kinderwagen besser 1,50 Meter. Der Bediengang dahinter bleibt bei 0,90 bis 1,10 Metern.

Wann lohnt sich eine Inseltheke?

Bei hoher Frequenz und mindestens 60 Quadratmetern Verkaufsfläche. In schmalen Filialen kostet sie mehr Laufweg als sie bringt.

Welche Thekenhöhe ist barrierefrei?

Ein unterfahrbarer Abschnitt mit 0,80 Meter Höhe und mindestens 0,30 Meter tiefer Aussparung. Die restliche Theke darf höher bleiben.

Wie oft sollte Rückware erfasst werden?

Täglich nach Verkaufsende, mit Sorte und Menge. Hinweise zur Vermeidung von Restware bündelt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Welche Beleuchtungsstärke braucht die Theke?

500 bis 750 Lux in der Thekenzone, 300 Lux im übrigen Verkaufsraum. Wichtig ist eine Farbwiedergabe über 90.

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