Planungstafel mit Mengen, Restware und Abschriften für den Backwarenverkauf
Bild: Backstubenblatt

Ladenverkauf

Teil von Backwarenverkauf planen mit Theke, Mengen und Kassensystem

Tagesplanung Backwarenverkauf mit Mengen, Restware und Abschriften

Tagesplanung Backwarenverkauf: Mengen nach Wochentag, Wetter und Feiertag planen, Abschriften führen, Restware über Too Good To Go verwerten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Grundmenge aus dem Durchschnitt der letzten vier gleichen Wochentage bilden.
  • Wetterbericht, Feiertagskalender und Vorbestellungen am Vortag um 14 Uhr prüfen.
  • Abschriften vollständig erfassen, sonst bleibt jede Planung eine Schätzung.
  • Restware um 16 Uhr zählen und für Nachmittagsverkauf oder Abholung bereitstellen.
  • Filialleitung gibt die Menge frei, Schichtleitung dokumentiert.

Wochentag, Wetter und Feiertag als Mengenfaktoren

Die Grundmenge wird am Vortag festgelegt, nicht am Morgen geschätzt. Ausgangspunkt sind die Verkaufszahlen der letzten vier gleichen Wochentage, bereinigt um Ausreißer. Wer nur den Wochenumsatz kennt, plant den Samstag zu knapp und den Dienstag zu reichlich. Als Richtwerte gegenüber dem Tagesdurchschnitt gelten Montag 0,85 und Samstag 1,35.

Das Wetter verschiebt vor allem den Nachmittagsverkauf. Regen kostet rund zehn Prozent, Sonnenschein über zwanzig Grad bringt fünf bis acht Prozent mehr. Bei Hitze über dreißig Grad verlagert sich die Nachfrage in die frühen Morgenstunden.

Feiertage wirken in beide Richtungen. Am Tag vor einem Feiertag steigt die Menge um fünfzehn bis fünfundzwanzig Prozent, am Feiertag selbst fällt der Verkauf unter das Niveau eines Sonntags. Ferienbeginn, Brückentage und Einschulungen gehören in denselben Kalender wie Lieferzeiten.

Der Ablauf am Vortag und im Verkauf

  1. 14:00 Uhr: Die Filialleitung liest Wetterbericht, Feiertagskalender und Vorbestellstand und gibt die Menge je Artikel frei.
  2. 16:00 Uhr: Die freigegebene Menge geht an die Produktion. Spätere Änderungen laufen schriftlich.
  3. 5:30 Uhr: Die Schichtleitung vergleicht Lieferung und Bestellung und notiert Fehlmengen.
  4. 7:00 bis 11:00 Uhr: Die Auslage erfolgt in kleinen Chargen; nachgebacken wird nur unterhalb einer festgelegten Bestandsgrenze.
  5. 16:00 Uhr: Restware wird gezählt und mit Artikel, Menge und Grund eingetragen.

Abschriften, Restwarenverkauf und Too Good To Go

Die Abschrift ist der einzige belastbare Beleg für die nächste Planung. Erfasst werden Uhrzeit, Artikel, Menge und Grund: Bruch, Trockenheit, Fehlbestellung, Wetter oder Umbau. Wie viel sich vermeiden lässt, beschreibt das Umweltbundesamt in seinen Hinweisen zu Lebensmittelabfällen.

Restware vom Vormittag gehört ab 12 Uhr in ein gesondertes Angebot mit klarem Preisschild. Üblich sind ein Nachmittagstisch zum halben Preis oder gemischte Tüten. Die Ware bleibt bis zum Verkauf in der Auslage oder im Kühlschrank.

Bei Too Good To Go wird die Zahl der Überraschungstüten um 15 Uhr festgelegt. Das Abholfenster liegt meist zwischen 18 und 19 Uhr, der Preis bei rund einem Drittel des Warenwerts. Je verkaufter Tüte fällt eine Gebühr an; die Konditionen nennt der Anbieter im Partnerportal, in dem der Bestand bis zum Abholfenster gepflegt wird.

Für die Weitergabe an soziale Einrichtungen gelten lebensmittelrechtliche Vorgaben. Regeln zur Auswahl, Zubereitung und Aufbewahrung von Lebensmitteln fasst die Verbraucherzentrale zusammen.

Beispielrechnung für 100 Brötchen

Angenommen, die Filiale legt am Samstag 100 Brötchen aus. Verkauft werden 88, übrig bleiben 12. Die Verlustquote liegt damit bei 12 Prozent. Bei 0,35 Euro Wareneinsatz je Brötchen sind das 4,20 Euro gebundenes Kapital und 13,20 Euro entgangener Erlös.

Werden sieben dieser zwölf Brötchen am Nachmittag zum halben Preis abgegeben, bringt das 3,85 Euro. Bleiben nur fünf liegen, sinkt die Verlustquote auf 5 Prozent.

Verlustquoten zwischen 5 und 15 Prozent sind im Backwarenverkauf üblich. Werte unter 5 Prozent erreicht ein Betrieb meist nur mit Vorbestellung und knapper Auslage. Über 15 Prozent deuten auf eine zu hohe Grundmenge hin.

Dokumentation und Wochenauswertung

Jede Filiale führt ein Tagesblatt mit Bestellmenge, Liefermenge, Verkaufsmenge, Restware, Abschriften und Abholquote. Die Schichtleitung trägt die Werte um 16 Uhr und nach Ladenschluss ein, die Filialleitung prüft sie am nächsten Morgen.

Am Montag werden die sieben Tagesblätter zu Wochensummen addiert. Die Faktoren je Wochentag werden um höchstens fünf Prozent korrigiert. Größere Sprünge brauchen eine benannte Ursache, etwa eine Baustelle oder einen geänderten Lieferrhythmus. Hintergründe bündelt die Themenseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur Lebensmittelverschwendung.

Häufige Fragen

Wie viele Brötchen gehören in die Auslage?

Startwert ist der Durchschnitt der letzten vier gleichen Wochentage. Am Samstag liegt er meist dreißig bis vierzig Prozent über dem Montag. Nachbacken kostet Zeit, Überproduktion kostet Ware.

Wann lohnt sich Too Good To Go?

Sobald regelmäßig mehr als fünf Prozent der Tagesmenge liegen bleiben. Die Tüten werden um 15 Uhr eingeplant, das Abholfenster beginnt um 18 Uhr. Nicht abgeholte Tüten gehören in die Wochenauswertung.

Was gehört in eine Abschrift?

Uhrzeit, Artikel, Menge, Grund und die Initialen der erfassenden Person. Ein Foto ersetzt keine Mengenangabe, weil sich der Wareneinsatz sonst nicht auswerten lässt.

Wie oft werden die Faktoren angepasst?

Einmal pro Woche, montags vor der Bestellung. Die Änderung bleibt bei höchstens fünf Prozent, damit die Planung nicht auf einzelne Ausreißer reagiert.

Wer gibt die Tagesmenge frei?

Die Filialleitung. Ohne diese Freigabe backt die Produktion keine Zusatzmenge.

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