
Rohstoffe
Teil von Lieferanten für Bäckereien finden mit Checkliste, Verträgen und Bewertung
Mehllieferanten im Vergleich mit Mühlen, Bio-Qualität und Mindestbestellmengen
Mehllieferanten im Vergleich: Rosenmühle, Goldpfeil, Aurora, Schapfenmühle und Meyermühle mit Mehltypen, Sackpreisen, Bio-Nachweis und Mindestbestellmengen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Rosenmühle, Goldpfeil und Aurora sind Marken eines Mühlenverbunds mit mehreren Werken, Schapfenmühle und Meyermühle mahlen je an einem Standort.
- Die Schapfenmühle in Ulm führt konventionelle Typenmehle und ein Bio-Programm, die Meyermühle in Landshut ist auf Bio-Ware ausgerichtet.
- Kein Werk nennt Einkaufspreise öffentlich, gerechnet wird je 25-kg-Sack netto zzgl. 7 Prozent MwSt.
- Mindestbestellmengen liegen meist bei einer Palette, Bio-Chargen folgen eigenen Mahlterminen.
- Der Vergleich entscheidet sich an Mehltype, Mahlgrad, Kornherkunft, Fracht und Reaktionszeit.
Fünf Lieferanten und ihre Einkaufsprofile
Rosenmühle, Goldpfeil und Aurora sind Marken eines Mühlenverbunds mit mehreren Werken. Das Programm reicht bei Weizen- und Roggenmehlen von Type 405 bis Type 1370, dazu kommen Backmehle für Brötchen und Brot.
Die Schapfenmühle in Ulm mahlt an einem Standort in Baden-Württemberg. Sie führt konventionelle Typenmehle, Dinkelmehle der Type 630 bis 1050 und Roggenmehle, dazu ein eigenes Bio-Programm.
Die Meyermühle in Landshut ist auf Bio-Mehl aus ökologischer Landwirtschaft ausgerichtet. Weizen, Dinkel und Roggen laufen dort in Bio-Qualität, konventionelle Typen stehen nicht im Mittelpunkt. Bio-Chargen folgen einem eigenen Mahlplan, Anfragen brauchen Vorlauf.
Zutaten kommen getrennt dazu: Malz, Sauerteig und Backmittel führt etwa die IREKS-Gruppe mit ihren Produktinformationen für Bäckereien. Wer Mehl und Zutaten bündelt, verhandelt beide Positionen einzeln.
Vergleich der fünf Anbieter
| Anbieter | Struktur | Ausrichtung | Typen | Mindestbestellmenge |
|---|---|---|---|---|
| Rosenmühle | Verbund, mehrere Werke | konventionell | Weizen und Roggen, Type 405 bis 1370 | Angebot, meist eine Palette |
| Goldpfeil | Verbund, mehrere Werke | konventionell | Backmehle für Brötchen und Brot | Angebot, meist eine Palette |
| Aurora | Verbund, mehrere Werke | konventionell | Typenmehle für Handwerk und Industrie | Angebot, meist eine Palette |
| Schapfenmühle | ein Werk in Ulm | konventionell und Bio | Weizen 405 bis 1600, Dinkel 630 bis 1050, Roggen | Angebot, Bio nach Mahlplan |
| Meyermühle | ein Werk in Landshut | Bio | Weizen, Dinkel und Roggen in Bio-Qualität | Angebot, Bio nach Mahlplan |
Preise je 25 Kilogramm, genaue Mindestmengen und Liefergebiete stehen in keinem Prospekt. Sie hängen von Abnahmemenge, Tour und Vertragslaufzeit ab. Wer vergleichen will, fragt alle fünf mit derselben Typenliste an.
Preise je 25-kg-Sack netto zzgl. 7 Prozent MwSt.
Für Mehl gilt der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent, weil es in Anlage 2 des Umsatzsteuergesetzes zu den Grundnahrungsmitteln zählt. Netto und brutto gehören deshalb getrennt in die Vergleichstabelle. Hintergrund zu Lebensmitteln bündelt der Bereich Lebensmittel der Verbraucherzentrale.
Neben dem Sackpreis zählen Fracht, Mindermengenzuschlag, Verpackung und Zahlungsziel. Erst diese Positionen ergeben den Vergleichspreis je Kilo.
Beispielrechnung: Sackpreis, Kilopreis und Palette
Die Werte sind angenommene Nettopreise für ein Lieferjahr, keine Angebote der genannten Mühlen.
| Position | netto je 25 kg | brutto bei 7 Prozent MwSt. | brutto je Kilo |
|---|---|---|---|
| Weizenmehl Type 550 | 19,50 Euro | 20,87 Euro | 0,83 Euro |
| Roggenmehl Type 1150 | 18,00 Euro | 19,26 Euro | 0,77 Euro |
| Bio-Weizenmehl Type 550 | 27,00 Euro | 28,89 Euro | 1,16 Euro |
| Bio-Dinkelmehl Type 630 | 33,00 Euro | 35,31 Euro | 1,41 Euro |
Bio-Weizenmehl liegt im Beispiel 38 Prozent über der konventionellen Type 550. Eine Palette mit 25 Säcken wiegt 625 Kilogramm und kostet bei 19,50 Euro netto je Sack 487,50 Euro netto, also 521,63 Euro brutto.
Mindestbestellmengen und Anlieferung
Mindestbestellmengen nennen Mühlen in Paletten, seltener in Säcken. Ob eine Lage reicht, hängt von Tour, Lagerkapazität und Mahlplan ab.
- Tagesbedarf je Mehltype aus den Rezepturen ermitteln und in Säcke und Paletten umrechnen.
- Mühlen im Lieferradius anfragen, mit Typenliste, Bio-Anteil und gewünschtem Anlieferungsrhythmus.
- Angebote auf Nettopreis je 25 Kilogramm, Staffel, Mindestmenge, Fracht und Zahlungsziel prüfen.
- Bio-Zertifikat mit Kontrollstellennummer und Herkunftsnachweis schriftlich anfordern.
- Muster vermahlen lassen und die Teigführung prüfen, bevor der Vertrag startet.
Vor der Umstellung hilft ein Backversuch mit der eigenen Rezeptur. Mahlgrad und Kornmischung beeinflussen Wasseraufnahme und Teigausbeute, deshalb gehören diese Messwerte je Type in die Vergleichstabelle.
Bio-Qualität und Kontrollstellennummer
Bio-Mehl wird nach der EU-Öko-Verordnung erzeugt, getrennt gelagert, gemahlen und gekennzeichnet. Pflichtangabe auf der Verpackung ist die Nummer der Kontrollstelle. Was zu kennzeichnen ist, erklärt die Verbraucherzentrale zu Kennzeichnung und Inhaltsstoffen.
Welche Anforderungen an Herstellung und Verarbeitung gelten, fasst die Verbraucherzentrale zur Lebensmittelproduktion zusammen.
Ob eine Marke Bio-Typen führt, hängt vom liefernden Werk ab. Maßgeblich ist die Zertifizierung des Standorts und nicht der Markenname. Getrennte Mahlgänge und Lagerbereiche kosten Geld, Bio-Preise liegen deshalb über konventionellen Stufen.
Häufige Fragen
Was kostet ein 25-kg-Sack Mehl im Einkauf?
Einkaufspreise nennen Mühlen nur im Angebot, öffentliche Listen gibt es nicht. Die Beispielrechnung zeigt, wie sich Netto, Brutto und Kilopreis berechnen lassen.
Wie erkenne ich Bio-Mehl beim Lieferanten?
Am Zertifikat der Mühle und an der Kontrollstellennummer auf der Verpackung. Beides sollte die schriftliche Anfrage bestätigen.
Welche Mindestbestellmenge ist üblich?
Meist eine Palette, die genaue Höhe hängt von Werk und Tour ab. Kleinere Mengen liefern manche Mühlen gegen Zuschlag.
Gilt für Mehl der ermäßigte Umsatzsteuersatz?
Ja, Mehl zählt zu den Grundnahrungsmitteln, es fallen 7 Prozent MwSt. an. Für Bio-Ware gilt derselbe Satz.
Liefern Mühlen auch Roggen- und Dinkelmehl in Bio-Qualität?
Das hängt vom Werk ab. Fragen Sie das Typenprogramm und die Mahltermine je Type ab, bevor Sie Rezepturen umstellen.



